Am vergangenen Samstag, dem 18. Juli, zeigte unser SIB-Treffen im Strandbad Müggelsee einmal mehr, was soziale Inklusion bedeutet: Menschen zusammenzubringen, Unterschiede als Bereicherung zu erleben und gemeinsam unvergessliche Momente zu schaffen.
Es war eine bunte und vielfältige Gruppe, die sich am Müggelsee traf. Mit dabei waren langjährige SIB-Teilnehmende, einige Menschen, die erst vor Kurzem gemeinsam mit uns nach Dänemark gereist sind, sowie Gäste aus Einrichtungen unserer Träger, die zum ersten Mal erleben wollten, was SIB ausmacht. Besonders gefreut haben wir uns über unsere internationalen Gäste aus Mexiko: Zwölf Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klasse, die Berlin besuchten und den Vormittag gemeinsam mit uns verbrachten.
Im Mittelpunkt stand ein großes Wikingerschach-Turnier. In sechs bunt gemischten Teams – Muchachos, Piñata, Hoffnung, Blume, Sonnenschein und Esperanza – wurde mit viel Ehrgeiz, Teamgeist und vor allem jeder Menge Spaß gespielt. Dabei entstand ganz nebenbei ein praktisches Beispiel dafür, wie eine heterogene Gruppe gemeinsam wachsen kann.
Der jüngste Spieler war 13 Jahre alt, der älteste 65. Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, mit verschiedenen Muttersprachen und ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten verbrachten drei Stunden miteinander. Menschen mit und ohne Behinderung, Menschen mit Suchterkrankungen oder Erfahrungen von Wohnungslosigkeit sowie Teenagers arbeiteten gemeinsam auf dasselbe Ziel hin – beim Wikingerschach den König möglichst nicht zu früh zu treffen. Genau darin lag die eigentliche Stärke des Tages: Nicht die Unterschiede standen im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Erleben und der respektvolle Umgang miteinander.
Am Ende spielte es kaum noch eine Rolle, welches Team das Turnier gewann. Der schönste Moment kam bei der Siegerehrung: Das Gewinnerteam überreichte seine Medaillen an unsere Gäste aus Mexiko – als Erinnerung an diesen besonderen Tag und den gemeinsamen Austausch in Berlin. Eine Geste, die viel über den Geist unserer Gemeinschaft aussagt.
Die Schüler*innen aus Mexiko nahmen zum Abschied eine selbst gestaltete Flagge mit nach Hause. Diese war bereits im Vorfeld des Treffens von zwei SIB-Teilnehmenden mit viel Kreativität und Herzblut vorbereitet worden und wurde zu einem besonderen Symbol der Freundschaft und des Austauschs. Unsere SIB-Teilnehmenden freuten sich über die internationale Atmosphäre, die Offenheit und die gegenseitige Wertschätzung, die den gesamten Vormittag geprägt haben.
Ein großes Dankeschön geht auch an unser Helferteam, das – wie so oft – hinter den Kulissen großartige Arbeit geleistet und den gesamten Ablauf reibungslos ermöglicht hat.
Auch in einer schwierigen Situation zeigte sich an diesem Tag, was unsere Gemeinschaft ausmacht. Ein Teilnehmer musste aufgrund eines medizinischen Notfalls ins Krankenhaus gebracht werden. Sofort meldeten sich mehrere Menschen, um ihn zu begleiten und später zu besuchen. Die Begründung einer Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: „Wir sind eine große Familie und unterstützen uns gegenseitig.“
Genau das ist SIB. Gemeinsam lachen, gemeinsam spielen, gemeinsam füreinander da sein – unabhängig von Alter, Herkunft, Sprache, Behinderung oder der persönlichen Lebenssituation. Der Vormittag am Müggelsee hat einmal mehr gezeigt, dass Inklusion keine Theorie ist, sondern dort entsteht, wo Menschen einander mit Offenheit, Respekt und Herzlichkeit begegnen.
Vielen Dank an alle, die diesen besonderen Vormittag möglich gemacht haben. Wir freuen uns schon auf das nächste gemeinsame Abenteuer!
Foto: Social Inclusion Berlin e.V.